Schiedsamt vermittelt kompetent und günstig bei Konflikten
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Seit knapp fünf Jahren sind die Schiedspersonen Alfred Junghenn und Andrea Bauer mit den Aufgaben des Schiedsmannes/ der Schiedsfrau im Schiedsamtsbezirk Neu-Anspach betraut.
Das Schiedsamt ist eine ehrenamtliche Tätigkeit, die es seit über 170 Jahren gibt und sich in dieser Zeit bewährt hat. Deren einprägsamer Slogan lautet: "Schlichten statt richten".
Unabhängig vom Streitwert können Beteiligte für maximal 50 Euro (Verfahrens- und Sachkosten) das Schiedsamt in Anspruch nehmen und dort einen Vergleich schließen und Streitigkeiten schlichten lassen. Meist geht es dabei um Nachbarschaftsstreite wie beispielsweise Fragen der Grenzziehung, überhängende Äste, Geruchs- oder Lärmbelästigung, Verletzung des Postgeheimnisses und Beleidigung, umreißt Junghenn das thematische Spektrum. Am Tisch der Schiedsfrau oder des Schiedsmannes können all diese Probleme in ruhiger Atmosphäre geklärt werden. Die Schiedspersonen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet, sie haben einen Eid geleistet, unparteiisch zu sein. Juristen sind sie zwar nicht, das ist auch nicht nötig, da von ihnen keine Urteile gesprochen werden. Ihre Aufgabe besteht darin, mit den Gegnern eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden.
Daher sind auch die Aus- und Fortbildungen wichtige Voraussetzungen für die ehrenamtlichen Mediatoren. 2004 gab es im Schiedsamt acht, 2005 zehn und 2006 fünf Verhandlungen. Hinzu kämen, so Junghenn, so genannte "Tür- und Angelfälle", bei denen man am Telefon oder vor Ort die Situation klären könne.
So nehmen die Ehrenamtlichen den Gerichten viel Arbeit ab, da sie bereits im Vorfeld zu klären versuchen, wie man sich einig werden kann. Wegen der traditionellen Überbelastung der Justiz wird in vielen Ländern Deutschlands der Kläger in Zivilsachen, in den meisten nachbarrechtlichen Streitigkeiten sowie strafrechtlichen Belangen zunächst vorgerichtlich eine Einigung mit seinem Gegner versuchen müssen. Dafür sind in zwölf Ländern Deutschlands die Schiedsfrauen und Schiedsmänner die richtige Gütestelle, beziehungsweise Schiedsstelle.
Nachweislich wird eine Erfolgsquote von über 50 Prozent erbracht, laut Erfolgsliste des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen e.V. (BDS). Ein Schlichtungserfolg führt bei den ursprünglich streitenden Parteien zu einer höheren Zufriedenheit als nach einer Entscheidung durch ein Urteil, weil es keinen Sieger oder Besiegten gibt, sagt der BDS. "Es handelt sich dabei um einen sehr kostengünstigen, außergerichtlichen Vergleich, im Gegensatz zu den kostenintensiven, weiterführenden Verhandlungswegen über die Gerichtsbarkeit", erklärt Schiedsmann Junghenn.
"Es ist ein schönes Gefühl, zwischen Menschen zu vermitteln und es macht Spaß, wenn man Erfolge sieht", erklärt Junghenn sein ehrenamtliches Engagement. Daher steht es für ihn wie auch für Andrea Bauer fest, dass sie sich am 10. Juni für weitere fünf Jahre Schiedsamt zur Wahl stellen.
Sprechstunde im Schiedsamt ist jeden 2. Dienstag im Monat von 17 bis 18 Uhr in den Räumlichkeiten der Stadtverwaltung, Bahnhofstraße 27.
Anfragen können auch per E-Mail an schiedsmann@neu-anspach.de sowie unter Telefon 06081/1025-5019 vorgetragen werden.
Text und Foto:
Evelin Junghenn
Schiedsleute bei der Stadt Neu-Anspach:
Schiedsmann: Alfred Junghenn
Schiedsfrau: Andrea Bauer
Bahnhofstr. 27
61267 Neu-Anspach
Tel.: (06081) 1025-5019
Fax: (06081) 1025-9000
Sprechstunden:
jeden 2. Dienstag im Monat findet zwischen 17 und 18 Uhr eine Infostunde statt.
Wo? - in der Stadtverwaltung, Bahnhofstraße 27, 61267 Neu-Anspach

