Mit dem Rad zur Schule
Zur Schule mit dem Fahrrad zu fahren, macht nicht nur Spaß, hält fit und ist gut fürs Klima – das weiß jeder. Aber wussten Sie, dass Radeln auch zu einer besseren Konzentration in der Schule beiträgt? Da Kinder aber als Radfahrer im Straßenverkehr besonderes gefährdet sind, sollten Sie zuvor beachten, wozu Ihnen der Verkehrsclub Deutschland (VCD) rät.
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Spätestens nach bestandener Radprüfung in der 4. Klasse sollten Sie Ihr Kind mit dem Rad zur Schule fahren lassen – selbstverständlich nur dann, wenn der Weg es zulässt (Wohnquartier mit Tempo 30, Wege ohne Autoverkehr). Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Kinder bis zum 10.Lebensjahr auf dem Bürgersetig radeln, Kinder dagegen bis acht Jahren müssen es.
- Achten Sie stets darauf, dass das Rad Ihres Kindes in Ordnung ist und den Anforderungen der Straßenverkehrszulassungsordnung genügt (Beleuchtung, Bremsen, Reflektoren, Klingel). Kinder erreichen erst im Alter von 13 bis 15 Jahren die Fähigkeit, sicher genug am Verkehr teilzunehmen. Neben Kenntnissen und Übung gehört nämlich die Fähigkeit dazu, sich gleichzeitig auf zwei Bereiche konzentrieren zu können.
- Lassen Sie Ihr Kind möglichst nur mit Fahrradhelm fahren. Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran! Achten Sie beim Kauf auf das TÜV-, das GS-Zeichen oder den Aufkleber „entspricht ANSI-Norm“. Fahrradhelme sind nach einer einmaligen heftigen Kollision verbraucht (Haarrisse usw.). Ältere Helme sollten sie nur weiter verwenden, wenn sich das Styropormaterial noch wie etwas ölig anfühlt, sonst ist es zu spröde, um den nötigen Schutz zu bieten; auf eventuellen Produktionsjahr-Aufkleber achten (Fachhändler fragen). Achten Sie auf den korrekten Helmsitz: Der Helm muss bei nicht geneigter Kopfhaltung waagerecht sitzen, vorn zwei Fingerbreit (des Helmträgers) über den Augenbrauen. Die seitliche Gurtband-Dreieckspitze muss direkt vor und unter dem Ohrläppchen liegen.
- Eltern sollten sich im Straßenverkehr vorbildlich verhalten, da Kinder von ihrem Beispiel lernen. Planen Sie den Schulweg auf Fahrradtauglichkeit und gemeinsam mit Ihrem Kind. Nicht den kürzesten Weg wählen, sondern den sichersten: ruhige Straßen, radlerfreundliche Nebenstraßen, breite Gehwege, Grünanlagen. Achten Sie auf Fußgängerampeln, Zebrastreifen, Mittelinseln und vermeiden Sie ungesicherte und unübersichtliche Überquerungen wie z. B. zwischen geparkten Autos.
- Trainieren Sie den Schulweg gemeinsam. Üben Sie den Schulweg vor Schulanfang gemeinsam mit Ihrem Kind. Lassen Sie sich nach den ersten Übungen von Ihrem Kind führen und übergeben Sie ihm damit die Verantwortung. Beobachten Sie, wie sich Ihr Kind verhält. Üben Sie das richtige Verhalten an Gefahrenstellen besonders gründlich ein (Fahrbahnüberquerungen usw.) und überlegen Sie, welche gefährlichen Situationen eintreten können und wie sich Ihr Kind dann verhalten soll. Was tun, wenn beispielsweise die Ampel ausfällt? Lassen Sie es am Zebrastreifen üben, Handzeichen zu geben, um seine Querungsabsicht zu signalisieren. Üben Sie die Verkehrsregeln und die Bedeutung der Verkehrsschilder mit Ihrem Kind ein.
- Regen Sie die Behandlung des Themas Verkehrssicherheit im Unterricht an. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind bei sichtminderndem Wetter, in der Dämmerung und bei Dunkelheit (besonders wichtig im Herbst und Winter!) helle und auffallende Kleidungsstücke, möglichst mit reflektierenden Streifen versehen, trägt. Autotüren sind nicht nur auf der Fahrbahnseite, sondern auch auf dem Radweg eine große Gefahr: ausreichenden Abstand halten! Lehren Sie Ihr Kind, beim Radeln auf dem Gehweg Ein- und Ausfahrten wahrzunehmen. Hier können unvermittelt Fahrzeuge auftauchen, es erschrecken und zu gefährlichen Ausweichmanövern veranlassen. Sind Fußgängeranwesend oder ist mit Ihnen zu rechnen (Haus- und Hofeingänge, Wegeeinmündungen!), muss Schrittgeschwindigkeit eingehalten werden.
- Die Sicherheit radelnden Kinder kann durch eine bessere Sichtbarkeit erhöht werden. Dazu gehören: orange fluoreszierender Fahrradsicherheitswimpel (andersfarbige Wimpel sind nicht so wirkungsvoll) orangefarbene (einklappbare) Abstandsanzeiger. Mit Wimpel und Abstandsanzeigern zusammen wird eine augenfällige Silhouette erzeugt. Autofahrer können ein so ausgestattetes Rad unvergleichlich besser erkennen, rechtzeitig abbremsen sowie beim Vorbeifahren eher an den nötigen Sicherheitsabstand denken. Fürs Radfahren bei sichtminderndem Wetter, Dämmerung und Dunkelheit gibt’s darüber hinaus weitere Sicherheitsartikel: So zum Beispiel unterstützen Reflektorbänder an den Beinen die Pedalreflektoren, zuschnappende Reflektorbänder am Handgelenk machen das Abbiegen-Wollen deutlicher, Reflektorschärpen tragen zur besseren Sichtbarkeit bei.
Den Leitfaden für eine fahrradfreundliche Schule erhalten Sie als PDF unter
www.virtuelle-radtour.de/fileadmin/user_upload/redakteur/cdrom/VCD_FahrRad__Leitfaden.pdf
Der VCD startet im September 2007 in die nächste virtuelle Radtour. Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren sollen nicht nur ihren Schulweg per Fahrrad bestreiten, sondern den Drahtesel auch in ihrer Freizeit einsetzen. Neben Schulen sind auch Sportvereine, Musikschulen sowie konfessionelle, kulturelle und politische Einrichtungen eingeladen, teilzunehmen. Sie wollen selbst in die Pedale treten? Schicken Sie eine E-Mail an virtuelle-radtour@vcd.org
